DIALOGREIHE - BRIDGING THE GAP 2014

Die erfolgreiche Dialogreihe „Bridging the Gap“ des Vereins zur Förderung des Israel-Museums e.V. und des Thalia Theaters Hamburg, wird fortgeführt. „Bridging the Gap“ will zeigen, dass ein Dialog über Grenzen und Gegensätze hinweg möglich ist und Vorurteile überwindbar sind. Hochkarätige Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur äußern sich zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen und tragen im gegenseitigen Dialog zur Überwindung kultureller und politischer Konflikte bei. Fünf Veranstaltungen im Jahr 2013 bewiesen auch durch ihren großen Besucherzuspruch die öffentliche Relevanz unserer gesellschaftlichen Debatten.

Beispielhaft für einen praktischen und nachhaltigen Versuch, Brücken zu bauen, ist „Bridging the Gap“, das palästinensisch-jüdische Kunstprogramm des Israel-Museums, das der Reihe ihren Namen gibt. Das Programm leistet seit 1993 praktische Verständigungsarbeit in einer Stadt, die ein Kristallisationspunkt der Konflikte zwischen Ethnien und Religionen ist und die wie keine andere von politischer, religiöser und kultureller Vielfalt gekennzeichnet ist.

Die Gastgeber Sonja Lahnstein-Kandel und Joachim Lux freuen sich auch im Jahr 2014 hochkarätige Gäste begrüßen zu dürfen.

Unsere Themen und Brückenbauer 2014

Auftaktveranstaltung am 20. Mai 2014
Krieg für den Frieden: Kann man Gewalt mit Gewalt bekämpfen?

Darf man im Namen der Humanität Kriege führen? Immer wieder fühlen sich die Länder Europas aus diesen Gründen verpflichtet, in Gewaltauseinandersetzungen oder Bürgerkriege militärisch einzugreifen. Deutschland tut sich mit internationaler Verantwortung angesichts der verbrecherischen und unheilvollen Kriege seiner Geschichte besonders schwer. 1999 sagte der damalige Außenminister Joschka Fischer: „Nie wieder Krieg, nie wieder Auschwitz! Beides gehört für mich zusammen.“ Diesen Ausspruch tat er im Zusammenhang mit der damals schwerwiegenden Entscheidung zur deutschen Beteiligung am Kosovo-Krieg. Das impliziert dass man nicht zusehen darf, wie die Menschenrechte anderer massiv verletzt werden. Doch gilt das in jedem Fall und wo ist die Grenze zum Pragmatismus? In diesem Dilemma befindet sich der Westen immer noch im Falle Syriens. Und was konnte unter der Initiative Frankreichs mit dem Eingriff in Mali erreicht werden? Und schließlich, wo ist die Grenze zwischen zum Teil hilfloser Diplomatie und der Gefahr einer kriegerischen Auseinandersetzung im Falle der Ukraine? Zu diesen schwierigen und hochaktuellen Fragen diskutierten der ehemalige Außenminister Joschka Fischer und der Krisenberichterstatter Jörg Armbruster, der in den vergangenen Jahren unter Lebensgefahr aus vielen Gewaltregionen der Welt berichtete und 2013 in Syrien im Einsatz verwundet wurde.

Mit Dres. h.c. Joschka Fischer, Bundesminister des Auswärtigen a. D., im Gespräch mit Jörg Armbruster, Krisenberichterstatter und Auslandskorrespondent der ARD.

Einführung: Sonja Lahnstein-Kandel und Joachim Lux

Hier können Sie die Aufzeichnung der Veranstaltung vom 20. Mai ansehen

Veranstaltung 2 am 16. Juni 2014
Macht und Gegenmacht: Schalten die globalen NGOs und Konzerne die Demokratie aus?

Das heutige Informationszeitalter ist von der wachsenden Macht von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) auf der internationalen Bühne gekennzeichnet. NGOs haben häufig größeren Einfluss als nationale Parlamente oder gar überregionale Institutionen wie die EU, vor allem weil sie global agieren und sich an eine Weltgesellschaft richten. Sie nehmen für sich in Anspruch, das „globales Gewissen“ und die Interessen der breiten Öffentlichkeit zu vertreten. Auch die Akteure der Weltwirtschaft – multinationale Konzerne und deren Interessenvertretungen - entziehen sich zunehmend nationaler staatlicher Kontrolle. Die Zentren der Macht und der Finanzkontrolle verschieben sich, Strukturen sind nicht transparent und Entscheidungen werden immer häufiger nicht dort getroffen, wo man sie vermuten würde. NGOs und Multis üben über ihre Netzwerke Druck auf Regierungen aus, um einen Wandel in deren Politik herbeizuführen. Gleichzeitig ist die demokratische Legitimierung dieser Global Players oft nicht vorhanden oder zumindest nicht transparent. Sind NGOs und Multis inzwischen die neuen Supermächte, die demokratische Strukturen ausschalten? Sind Regierungen überhaupt noch die Hauptakteure auf dem globalen Spielfeld?

Mit Rebecca Harms, Vorsitzende der Europäischen Grünen Fraktion im Europäischen Parlament;
Dr. Michael Otto, Unternehmer, Stifter und Ehrenvorsitzender des World Wildlife Fund und Prof. Dr. Edda Müller, Vorsitzende des Vorstandes Transparency International Deutschland e.V.

Moderation: Sonja Lahnstein-Kandel, Einführung: Joachim Lux

Hier können Sie die Aufzeichnung der Veranstaltung vom 16. Juni ansehen

Weitere Termine

Veranstaltung 3 am 27. Oktober, 20 Uhr
Vater Staat und die Entmachtung des Individuums: Bleiben Entrepreneurship und Kreativität auf der Strecke?

Mit u.a. Dr. Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender Die Linke und Oppositionsführer im Deutschen Bundestag; Fabian Heilemann, Gründer & Geschäftsführer DailyDeal und Heilemann Ventures; Prof. Dr. Burkhard Schwenker, Unternehmensberater und Vorstandsvorsitzender Roland Berger Stiftung.

Moderation: Joachim Lux, Einführung: Sonja Lahnstein-Kandel

Veranstaltung 4 im November
Der Nahe Osten reloaded

Informationen zu unserer Dialogreihe finden Sie auch auf der Internetseite unseres Kooperationspartners Thalia Theater

Die Dialogreihe Bridging the Gap wird gefördert durch die ZEIT Stiftung.

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Fotocredit: Angerer


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